
Stellen Sie sich bitte kurz vor.
Mein Name ist Songül Kilic. Gemeinsam mit meiner Familie führe ich den Frechener Grill, den wir am 1. Mai 1990 eröffnet haben. Im vergangenen Jahr konnten wir bereits unser 35-jähriges Jubiläum feiern. Unser Familienbetrieb befindet sich am Anfang der Fußgängerzone in einem zweistöckigen Fachwerkhaus. Die Idee für den Dönerladen hatte damals mein Mann Aydin – heute gehört der Frechener Grill fest zu unserem Familienleben und zur Innenstadt.
Was ist das Besondere an Ihrem Betrieb und Ihrem Angebot?
Wir waren der erste Imbiss in Frechen, der Döner angeboten hat. Seit mehr als 35 Jahren stellen wir unseren Dönerspieß selbst her – darauf bin ich besonders stolz. Außerdem bin ich eine der wenigen Frauen, die selbst am Dönerspieß stehen. Darüber wurde inzwischen sogar im ARD-Morgenmagazin berichtet. Jeden Morgen koche ich wechselnde warme Tagesgerichte, backe frisches Lahmacun und Börek und bereite hausgemachte Linsensuppe zu. Natürlich gibt es auch unseren selbst hergestellten Döner sowie schwarzen Tee und Baklava.
Besonders wichtig ist mir aber die Atmosphäre. Für viele Menschen ist unser Imbiss über die Jahre zu einer Art zweitem Wohnzimmer geworden. Hier trifft man sich, tauscht sich aus und verbringt Zeit miteinander. Diese Nähe und der Zusammenhalt bedeuten mir sehr viel.
Erzählen Sie bitte ein bisschen über die Gestaltung Ihres Imbisses. Welche Idee steckt dahinter?
In unserem Schaufenster ist derzeit meine Tochter Berivan Kilic zu sehen, wie sie im Dersim-Trikot einen Dönerteller isst. Dersim steht für die kurdischen Wurzeln unserer Familie. Das Foto ist im Rahmen des Projekts „Zwei Frauen, ein Dönermesser“ entstanden.
Für ZEIT Online hat Berivan unsere Familiengeschichte aufgeschrieben, begleitet von den Fotografien von Victoria Jung. Daraus entstand die Idee, diese Geschichte auch bei uns im Imbiss sichtbar zu machen. Heute hängen deshalb im gesamten Frechener Grill neue und alte Fotografien: Familienbilder, Aufnahmen aus den Anfängen in den 1990er-Jahren und Motive aus unserem Arbeitsalltag. Die Ausstellung erzählt damit nicht nur unsere persönliche Familiengeschichte, sondern auch mehr als 35 Jahre Frechener Grill.
Die Bilder sollen an Weihnachten abgehängt und verschenkt werden. Schon die Ausstellungseröffnung war ein besonderer Abend – unter anderem durch eine spontane Breakdance-Einlage meines siebenjährigen Enkelsohns.
Wie lange gibt es Ihren Betrieb bereits in der Frechener Innenstadt, und was macht den Standort für Sie attraktiv?
Seit 1990 gehört der Frechener Grill zur Innenstadt. Nach mehr als 35 Jahren kann ich sagen: Die Hauptstraße ist unser Zuhause.
Besonders schätze ich die Gemeinschaft. Hier gibt es viele liebevolle und kreative Menschen, die sich gegenseitig unterstützen und füreinander da sind. Viele Stammkundinnen und Stammkunden kommen regelmäßig auch aus den umliegenden Stadtteilen zu uns. Für manche ist der Frechener Grill längst nicht mehr nur ein Ort zum Essen, sondern ein fester Treffpunkt.
Was möchten Sie den Besucherinnen und Besuchern der Innenstadt mitgeben?
Ich wünsche mir, dass die Menschen mit Neugier und Offenheit durch die Frechener Innenstadt gehen und die familiengeführten Betriebe unterstützen. Hinter jedem Geschäft und jedem Schaufenster stehen Menschen mit eigenen Geschichten und viel persönlichem Einsatz.
Unsere Innenstadt lebt von den Menschen, die hier arbeiten, einkaufen, sich treffen und füreinander da sind. Kommen Sie vorbei, lernen Sie die Menschen hinter den Schaufenstern kennen und entdecken Sie, wie viel Herz und Vielfalt in unserer Innenstadt steckt. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Das Schaufenster der Woche
Seit Mitte April wird jeden Donnerstag ein neues, besonders gestaltetes Schaufenster - "das Schaufenster der Woche" - eines Frechener Betriebs vorgestellt.
Mit der Aktion soll den teilnehmenden Unternehmen zusätzliche mediale Aufmerksamkeit verschafft und die Vielfalt des örtlichen Handels sichtbar gemacht werden. Jede Woche rückt ein anderer Betrieb in den Mittelpunkt.
Damit die Aktion auch langfristig sichtbar bleibt, finden Sie alle bereits vorgestellten Betriebe in der Fotogalerie auf unserer Internetseite. So entsteht nach und nach ein lebendiger Überblick über die teilnehmenden Geschäfte und die Vielfalt des Frechener Einzelhandels.
Fotos: Gesellschaft für Markt und Absatzforschung mbH





