
Bitte stellen Sie sich und Ihren Betrieb kurz vor.
Mein Name ist Melanie Steven. Ich lebe seit vielen Jahren in Frechen-Königsdorf und habe vor meiner Selbstständigkeit BWL studiert sowie elf Jahre im Bereich Marketing und Vertrieb in einem Konzern gearbeitet. Irgendwann wurde für mich jedoch die Frage immer wichtiger, wie ich beruflich etwas machen kann, das näher an den Menschen ist.
Der Weg in die Selbstständigkeit begann eher zufällig: Über ein Unverpackt-Konzept kam ich mit hochwertigen, nachhaltigen Produkten in Berührung und war schnell begeistert von der Idee, bewussten Konsum vor Ort erlebbar zu machen. Als ich wenig später ein freies Ladenlokal am Frechener Marktplatz entdeckte, ließ mich der Gedanke nicht mehr los. Im Dezember 2020 habe ich dort mein erstes Geschäft eröffnet – mitten in der Corona-Zeit, mit Abstand, Masken und begrenzter Personenzahl im Laden.
Seit Januar 2024 befindet sich das Café Schnörkellos nun am heutigen Standort in der Frechener Innenstadt. Aus dem ursprünglichen Unverpackt-Gedanken ist ein modernes Café-Konzept entstanden, das Genuss, Nachhaltigkeit und Begegnung miteinander verbindet.
Was ist das Besondere an Ihrem Betrieb und Ihrem Angebot?
Das Besondere am Café Schnörkellos ist für mich die Verbindung aus einem modernen Café, hochwertigen Produkten und einer Atmosphäre, in der sich Menschen willkommen fühlen. Unser Angebot ist vollständig vegan – auch wenn die meisten unserer Gäste selbst gar nicht vegan leben. Genau das zeigt für mich, dass gutes Essen nicht über Verzicht funktionieren muss, sondern über Geschmack, Qualität und Freude am Ausprobieren.
Auf der Karte stehen unter anderem verschiedene Frühstücks- und Brunchangebote, herzhafte Speisen, vegane Alternativen zu bekannten Klassikern sowie viele hausgemachte Komponenten. Dazu gehören zum Beispiel unser pinkes Hummus, Rührtofu, Kräuterfrischkäse oder ein Basilikum-Rucola-Walnuss-Pesto, nach dem viele Gäste regelmäßig fragen. Auch vegane Croissants, Kaffeespezialitäten und Kuchen gehören zum Angebot. Die Kuchen und Torten beziehen wir vom Café Rotkehlchen aus Köln und bringen damit ein Stück Konditorhandwerk nach Frechen.
Darüber hinaus ist Schnörkellos nicht nur Café, sondern auch ein Ort für Veranstaltungen. Die „Summer Music Nights“, die ursprünglich am Marktplatz gestartet sind, finden weiterhin statt – inzwischen im Außenbereich am Stadtsaal. Dort kommen Menschen bei Live-Musik, Getränken und kleinen veganen Speisen zusammen. Auch im Café selbst gibt es Veranstaltungen wie Live-Musikabende, Wohnzimmerkonzerte, Pub-Music-Quiz oder ein gemeinsames Mitsingen in der Weihnachtszeit.
Neu hinzu kommt das Format „Feierabend unter Bäumen“: Freitags soll die Außengastronomie in der Fußgängerzone bis in den Abend hinein geöffnet sein. Unter den Kugelahornbäumen können Gäste dann bei Spritz, Snacks und entspannter Stimmung den Feierabend genießen.
Erzählen Sie bitte ein bisschen über Ihr Schaufenster. Welche Idee steckt hinter der aktuellen Schaufenstergestaltung?
Bei Schnörkellos steht weniger ein einzelnes Schaufenster im Mittelpunkt, sondern vielmehr die gesamte Gestaltung des Cafés. Mir ist wichtig, dass man schon beim Reinkommen spürt: Dieser Ort hat eine Seele. Die Gestaltung soll modern, aber gleichzeitig gemütlich sein. Viel Grün, Pflanzen, Holz und warme Elemente sorgen für eine ruhige und einladende Atmosphäre.
Dabei spielt auch die Geschichte einzelner Einrichtungsstücke eine besondere Rolle. Im Café steht zum Beispiel ein alter weißer Schrank. Er stammt aus dem Jahr 1933, war eigentlich schon zum Wegwerfen vorgesehen und ist heute eines der Stücke, nach denen Gäste besonders häufig fragen. Auch die Regale haben eine Geschichte: Sie wurden von einem Upcycling-Schreiner aus alten Holzböden gefertigt und bringen dadurch Leben, Charakter und Nachhaltigkeit in den Raum.
Besonders beliebt sind außerdem die Hängestühle im Café, die viele Gäste direkt mit Schnörkellos verbinden. Die Einrichtung soll nicht austauschbar wirken, sondern zeigen, dass hier vieles bewusst ausgewählt wurde. Das passt auch zum Angebot: Qualität, Atmosphäre und Liebe zum Detail sollen zusammenkommen und den Gästen eine schöne Zeit ermöglichen.
Wie lange gibt es Ihren Betrieb bereits in der Frechener Innenstadt, und was macht den Standort für Sie attraktiv?
Schnörkellos gibt es seit Dezember 2020 in der Frechener Innenstadt. Zunächst war das Geschäft am Marktplatz angesiedelt, seit Januar 2024 befindet es sich am aktuellen Standort in der Fußgängerzone.
Für Frechen habe ich mich bewusst entschieden, auch wenn ich die Innenstadt anfangs gar nicht so gut kannte. Durch die Beschäftigung mit dem Standort habe ich aber schnell gemerkt, dass die Frechener Innenstadt viel Potenzial hat. Die Fußgängerzone zieht Menschen aus Frechen und den umliegenden Orten an, der Wochenmarkt und die diversen Veranstaltungen sorgen für Frequenz und es gibt viele Kundinnen und Kunden, die offen für besondere Angebote sind.
Oft habe ich gehört, dass ein nachhaltiges Konzept, ein Unverpackt-Laden oder ein veganes Café in Frechen schwierig sei. Meine Erfahrung ist eine andere. Ich sehe viele Menschen, die genau solche Orte suchen: Familien, Zugezogene, Stammkundschaft aus Frechen und Gäste, die sich über ein modernes Café-Konzept vor Ort freuen. Für mich zeigt das, dass die Innenstadt vielfältiger ist, als manche denken – und dass besondere Angebote hier ihren Platz haben.
Mit Schnörkellos möchte ich dazu beitragen, die Frechener Innenstadt als Ort des Genießens, Einkaufens und Zusammenkommens zu stärken. Ein Café ist für mich nicht nur ein Ort, an dem man etwas isst oder trinkt, sondern auch ein Treffpunkt, an dem Menschen Zeit miteinander verbringen.

Was möchten Sie den Besucherinnen und Besuchern der Innenstadt mitgeben?
Ich möchte den Besucherinnen und Besuchern der Frechener Innenstadt mitgeben: Gehen Sie nicht nur an den Schaufenstern vorbei, sondern schauen Sie hinein. Viele Geschäfte, Cafés und Angebote vor Ort haben ihre eigene Geschichte, viel Herzblut und besondere Ideen.
Wer die Innenstadt lebendig halten möchte, kann genau dort anfangen: indem man neugierig bleibt, lokale Betriebe unterstützt und entdeckt, was es direkt vor der eigenen Haustür gibt. Kommen Sie rein, schauen Sie sich um und probieren Sie aus, was Frechen zu bieten hat.
Das Schaufenster der Woche
Seit Mitte April wird jeden Donnerstag ein neues, besonders gestaltetes Schaufenster - "das Schaufenster der Woche" - eines Frechener Betriebs vorgestellt.
Mit der Aktion soll den teilnehmenden Unternehmen zusätzliche mediale Aufmerksamkeit verschafft und die Vielfalt des örtlichen Handels sichtbar gemacht werden. Jede Woche rückt ein anderer Betrieb in den Mittelpunkt.
Damit die Aktion auch langfristig sichtbar bleibt, finden Sie alle bereits vorgestellten Betriebe in der Fotogalerie auf unserer Internetseite. So entsteht nach und nach ein lebendiger Überblick über die teilnehmenden Geschäfte und die Vielfalt des Frechener Einzelhandels.
Fotos: Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung mbH





